Historie
Vuelta Superlite

Vuelta Superlite (12/16) - Mein Fazit

Vier Wochen Vuelta Superlite - 1.000 km - 13.000 hm - Zeit für ein Fazit. Möglich gemacht hat dieser kleine Test erst der glückliche Umstand, dass ich den Satz im Neuzustand zum absoluten Dumpingpreis über ein bekanntes Radsportforum beziehen konnte. Vorher wäre ich sicherlich nicht auf die Idee gekommen, den etatmäßigen Laufradsatz (Mavic Open S.U.P Ceramic / Campagnolo Record) am Bianchi gegen einen Satz Superlite auszutauschen.

Erste Amtshandlung: Ab auf die Waage damit. Und schon folgte die erste Ernüchterung: 1926 g inkl. Velox-Felgenband. Felgenband rotiert nun mal mit, da beißt die Maus keinen Faden ab. Die Herstellerangabe von 1850 g ist somit obsolet. Das ist mal 'ne echte Hausnummer in der 300-€-Klasse. Trotzdem war die Neugierde groß. Also zügig auf die Straße mit den 2-Kilo-Bombern. Erster Eindruck: Sound vorhanden, aber unter den Erwartungen. Das Abrollgeräusch ist satt, der Freilauf knattert knapp unter Campa-Niveau. Die Beschleunigungswerte sind gefühlt gar nicht mal so schlimm, wie das Gewicht befürchten lässt. Nach 2 km Stadtverkehr gab's dann auch schon die erste Abfahrt. Und was für eine. Die Superlites sind in der Abfahrt die schlimmsten Waffen, die ich jemals am Rad hatte. Unfassbar, wie schnell der Tacho nach oben schnellt. Ungewohnt für mich, ständig an der Bremse hängen zu müssen, um nicht die vorausfahrenden Autos überholen zu müssen. Auch im flachen bis welligen Terrain sind die Dinger auf den ersten Blick ein echter Spaßmacher. Den Geschwindigkeitsvorteil gegenüber einem klassischen Laufrad hätte ich zwar höher eingeschätzt, aber er ist immerhin spürbar. Schaltfaul wie ich bin drücke ich kleine Hügel auch gerne mal auf dem 53er im Wiegetritt weg. Hier macht mir die Seitensteifigkeit der Vueltas aber ein Strich durch die Rechnung. Es ist deutlich zu hören, wie die Felgenflanken rhythmisch an die Bremsbeläge knallen. Und das bei 70 kg Fahrergewicht (!!!). An längeren Anstiegen der nächste Wermutstropfen: Die Teile sind ein echter Anker. 1926 g - und jedes einzelne spürt man. Im Vergleich zu meines Ksyrium ES absolut indiskutabel schlecht. Die insgesamt 28 Speichen neigen übrigens dazu, wenig angenehme Geräusche zu produzieren. Brunox sorgt hier für Abhilfe.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass diese Laufräder langfristig für mich absolut keine Option sind. Die Nachteile überwiegen für mich einfach.

Mein Fazit:


Für die knackige Trainingsrunde im flachen bis welligen Terrain durchaus geeignet. Am Berg ein Anker, aber das kann ja beim Training durchaus erwünscht sein. Schwerere Jungs ab 75 kg sollten aber lieber bei der Konkurrenz nach Alternativen schauen - und die gibt es für 300 € reichlich.

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